Projekt Beschreibung

WETTBEWERB „CHEMNITZ INSIDE: UPGRADE + CONNECT“

LEITIDEE

Zwei sich ergänzende Ideen bilden die Fokuspunkte des Entwurfs.

Zum einen die Gestaltung des öffentlichen Stadtfoyers im Straßenraum der Brückenstraße und dem Parteifaltenvorplatz als stark frequentierter Treffpunkt, Mobilitätszentrum und verbindende Mitte der an- grenzenden Stadtbereiche.

Zum anderen soll die Etablierung des Court Culture Campus auf dem Entwurfsareal eine Brücke schla- gen zwischen Hobbysportler:innen, Chemnitzer Nachwuchstalenten und Profis. Er zeigt, wie Sportinf- rastruktur als integraler Bestandteil einer lebendigen Stadtentwicklung funktionieren kann und trägt zur ganztägigen Nutzung des Areals bei. Die Verdichtung des Areals greift dabei die Nutzungen Sport Kultur und Wohnen auf und verbindet diese harmonisch. Ideelles Zentrum des Campus ist dabei die Multifunk- tionshalle, welche eine markante Adresse im Stadtgefüge ausbildet. Daneben findet die Basketballab- teilung des Chemnitzer Sportinternats neuen zentralen Standort. Die aktive Campusmitte bietet ein brei- tes Sportangebot und schafft einen lebendigen Platz für alle Sportinteressierten – auch über die Grenzen des Entwurfsgebietes hinaus. Der gestaltete Vorplatz der Parteifalte und der öffentliche Raum der Brü- ckenstraße haben als neues Stadtfoyer einen verbindenden Charakter.

STÄDTEBAU

Die Positionierung der Multifunktionsarena am Standort des ehemaligen SED-Gästehauses (Straße der Nationen 23) schafft einen neuen Identifikationspunkt an der Kreuzung StraNa/Brückenstraße und schließt den Blockrand des Entwurfsareals. Das Innere des Areals bleibt vor störenden Umwelteinflüs- sen geschützt und bekommt einen halböffentlichen Charakter. Die Zweifeldhalle für die Trainingseinhei- ten der Sportschüler:innen wird gleichermaßen wie die Arena im Erdgeschoss an den Bestand ange- dockt und ermöglicht die Erschließung über das belebte Stadtfoyer durch die Parteifalte hindurch. Im nördlichen Teil des Areals entsteht durch die Ergänzung des Bestandsgebäudes der Theaterverwaltung ein Campusgebäude mit beruhigtem Wohnhof für das Sportinternat.

SPORTNUTZUNG

Herzstück des neuen Campus ist die Basketball-Arena für die NINERS Chemnitz mit bis zu 7.000 Zu- schauerplätzen. Die Arena ist nicht nur Austragungsort für Liga-Spiele, sondern dient auch als multi- funktionale Veranstaltungsstätte für Kultur, Freizeit und Bildung. Gleichermaßen kann sie auch von den Nachwuchsbasketballer:innen des Sportinternats für Spiele genutzt werden.

Mit dem neuen Sportinternat am Court Culture Campus erhalten bis zu 50 Nachwuchstalente der Chemcats (Mädchen) und NINERS (Jungen) im Alter von 9 bis 18 Jahren ein zentrales Zuhause in der Chemnitzer Innenstadt. Wohnen, Schule und Training sind künftig an einem Ort vereint, sodass lange Wege zu den bereits bestehenden Trainingsstätten am Schlossteich und der Hartmannhalle entfallen.

Das Internat umfasst 34 Ein- und Zweibettzimmer, Gemeinschafts- und Seminarräume sowie eine Cam- pusmensa. In direkter Nachbarschaft zur Zweifeldhalle, zur NINERS Arena und zu vielfältigen Sportan- geboten auf dem Campus wird der Alltag junger Leistungssportler:innen optimal unterstützt.

Als Teil des Court Culture Campus verbindet das Internat Wohnen, Bildung und Bewegung an einem zentralen, urbanen Ort. Der Campus schafft neue Bewegungsräume und fördert den Austausch zwi- schen den unterschiedliche Akteur:innen aus Sport, Kultur und Stadtgesellschaft.

AUSSENRAUM

Der Außenraum des Campus stellt neue Aufenthaltsqualitäten im Stadtzentrum her. Am nordwestlichen Rand des Campus wird der Baumbestand erhalten und verdichtet, sodass ein wilder Grünhang entsteht, der das Areal zur Mühlenstraße hin abschließt. Die aktive Campusmitte bietet ein niederschwelliges vielseitiges Sportangebot und ist jederzeit für alle zugänglich. Das Campusgebäude wird außerdem von bestehenden Bäumen gerahmt und durch eine Blühwiese und den Außenbereich der Mensa ergänzt.

Das Flachdach des Campusgebäudes ist mit Dachbegrünung und Solarpaneelen ausgestattet, um eine möglichst nachhaltige und wirtschaftliche Ausnutzung der Dachflächen zu erreichen.

Im Bereich vor der Parteifalte wird in Rücksichtnahme auf den Denkmalschutz auf verzichtet. Infolge der Reaktivierung der Erdgeschosszonen, einer Aktualisierung von Pflanzungen, Sanierung der Boden- beläge und dem Angebot an flexiblen Sitzmöbeln wird das Stadtfoyer mit minimalen gezielten Eingriffen zu einem neuen beliebten Aufenthaltsort der Chemnitzer:innen.

SONDERNUTZUNG

Durch die Reaktivierung des Gebäudebestands infolge gemischt genutzter Erdgeschosszonen, werden attraktive Treffpunkte geschaffen. Das bereits Vorhandene wird wertgeschätzt, bereichert und das Stadt- foyer wird zu einem qualitativ hochwertigen Aufenthaltsort. Die vielseitigen öffentlichen Nutzungen tra- gen maßgeblich zur Vernetzung und einer 24h Belebung der Innenstadt bei.

ÄUSSERE ERSCHLIESSUNG UND RUHENDER VERKEHR

Das Entwurfsareal befindet sich in nächster Lage zur Chemnitzer Innenstadt und dem Hauptbahnhof. Mit dem ÖPNV und den umliegenden Parkhäusern ist der Campus optimal erschlossen. Lediglich Park- plätze für Presse, VIP, Mannschaftsbusse und Fahrräder wurden ergänzt. Auf der Brückenstraße befin- det sich zusätzlich ein Mobility Hub, mit einem Angebot an Carsharing und Lastenfahrrädern.

Der geplante Ausbau des Verkehrsnetztes über die Brückenstraße und die einhergehende Chance auf eine gleichberechtigte Verkehrsplanung ermöglichen in Zukunft eine inklusive Zugänglichkeit des öffent- lichen Raumes. Die reaktivierte Erdgeschoszone erschließt nicht nur die hinter der Parteifalte ando- ckenden Nutzungen, sondern verbindet auch die angrenzenden Freibereiche über die neue Stadtachse. Diese führt vom Innenstadtbereich über den Court Culture Campus zu den Kunstsammlungen bis hin zum Theaterplatz.

STRUKTUR/KONSTRUKTION

Der Entwurf versteht sich als Impulsgeber für die Reaktivierung der Chemnitzer Innenstadt. Durch seine offene Struktur, die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und das Potenzial zur schrittweisen Umsetzung in Etappen – von der Aktivierung brachliegender Flächen bis zur schrittweisen Ergänzung neuer Bau- steine – kann das Projekt flexibel reagieren und frühzeitig zur Belebung des Areals beitragen.

Die Konstruktion der Multifunktionsarena setzt ebenso wie bei den anderen Neubauten auf dem Areal auf eine offene, leichte Struktur mit einer filigranen Gebäudehülle. Ziel ist es, eine ressourcenscho- nende, rückbaubare und modulare Bauweise zu etablieren, die langfristig einen Beitrag zur Realisierung von Sportstätten mit Netto-Null-Emissionen leisten kann.