Projekt Beschreibung
INSIDE C – Sport- und Kulturzentrum Chemnitz
1. Städtebauliche Setzung und Leitidee
Das „INSIDE C“ liegt zentral in Chemnitz, direkt hinter der ikonischen Parteifalte an der Karl-Marx- Büste – ein Ort zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Halle versteht sich nicht nur als Veranstaltungsort, sondern als offenes Zentrum für Begegnung, Bewegung und Gemeinschaft.
Die Form ist dabei kein Zufall: Der Entwurf basiert auf die Idee der offenen einladenden Umarmung zwischen Chemnitz und der Halle – mittig bildet sich die zentrale Halle aus , während die vier Flügel (zwei an den Querseiten , zwei an den Längsseiten) unterschiedliche Funktionen aufnehmen – horizontal wie vertikal entfaltet sich eine gebaute Geste der Offenheit.
Diese Geste ist auch räumlich spürbar: Besucher*innen werden nicht durch monumentale Fassaden abgeschreckt, sondern durch Transparenz und Dynamik eingeladen. Das Gebäude „umarmt“ die Stadtgesellschaft – eine Metapher, die sich durch den gesamten Entwurf zieht.
2. Organisation
Der Haupteingang befindet sich auf der Längsseite unter einem weit auskragenden, offenen Dach – ein überdachter Vorbereich, der Schutz bietet und zugleich Großzügigkeit signalisiert. Dieser Bereich ist nicht abgeschlossen, sondern offen gestaltet, um die Schwelle niedrig zu halten – ein Ort des Wartens, Verweilens, Zusammenkommens.
Im Inneren öffnet sich eine großzügige Eingangshalle, von der aus ein Teil der Halle visuell und räumlich erfahrbar wird. Durch eine großflächige Verglasung ist bereits beim warten an den Kontrollen draußen oder beim vorbeilaufen der Blick ins Spielfeld möglich, das sich im tieferliegenden Geschoss befindet. Ein zentrales Erschließungsgerüst mit acht seitlichen Treppenanlagen sowie vier Aufzügen führt vertikal durch alle Geschosse. In diesen Hauptkern sind ein Kiosk, ein Shop sowie Toilettenanlagen integriert – als klarer Servicebereich für Besucher*innen, unabhängig von der Tribünennutzung.
An den Kernen vorbei befinden sich mobile Trennwände die die Halle nochmals zonieren und abgetrennten Platz schaffen für weitere alltägliche Nutzungen abgesehen von Hallen Events (Märkte etc.)
An den beiden seitlichen Flügeln befinden sich:
- auf der einen Seite: Kontrollstellen mit Einlassfunktionen
- auf der anderen Seite: eine verglaste Gastronomie, die sich über große Öffnungselemente zum
Außenraum erweitern lässt und eine großzügige Terrase im oberen Bereich bietet.
Das Herzstück der Halle, das Multifunktionsspielfeld, befindet sich eine Ebene tiefer – über großzügige Öffnungen aber optisch mit dem EG verbunden. Dieses Niveau ermöglicht auch während eines Events Blicke von außen, was der Idee einer offenen, lebendigen Halle entspricht.
Angeschlossen an die unteren Etagen haben wir:
• VIP-Lounges auf einer Seite mit direktem Zugang zu Gastronomie Flächen.
• Medien- und Pressebereich auf der gegenüberliegenden Seite
• Protagonisten Bereich (Sportler*innen), mit Umkleiden, Duschen, Sanitäranlagen und Aufenthaltsflächen – bewusst zurückgezogen, aber direkt angebunden.
Ein Teil des Erschließungskerns zieht sich bis hierhin durch, bietet Dank Zwischengeschossen (erreichbar durch Brücken die den Kern und die Treppen verbinden) Toiletten, Kiosk und Aufzuganbindung. Diese permanente Nutzbarkeit ist essenziell für die marktähnliche, informelle Nutzung, auch außerhalb von Großveranstaltungen.
Im Untergeschoss befinden sich Technikflächen, Lagerräume, Sicherheitsräume, Büros und die Tiefgarage.
Die zweigeschossige Tiefgarage ist direkt von der Straße aus befahrbar, dabei kann man sich direkt entscheiden in welches Geschoss man möchte.
- UG2: ca. 4 m lichte Höhe – für regulären Individualverkehr
- UG3: ca. 6 m lichte Höhe – für Teambusse, Technikfahrzeuge etc.
Die Parkgarage ist durch zwei kleinere Volumen nach oben an das Erdgeschoss verbunden, womit man schnell und sicher an den Eingang der Halle kommt.
3. Urbaner Korridor
Ein zentrales Element des Entwurfs ist der urbane Korridor, der sich parallel zur stark befahrenen Straße durch die Halle zieht. Dieser offene Durchgang verläuft parallel zum Gebäude- zwischen Halle und Parteifalte;
und verbindet Alt und Neu, Jung und Alt, Alltag und Event.
Die Menschen bewegen sich nicht außen vorbei, sondern durch das Gebäude hindurch – sie werden Teil davon.
So wird die Halle zur offenen Geste, zur Umarmung, die nicht nur Zuschauer empfängt, sondern die ganze Stadtgesellschaft mitnimmt – im Vorbeigehen, im Verweilen, im Alltag.
4. Konstruktion und architektonischer Ausdruck
Die Tragstruktur folgt einer Systematik aus neun vertikalen Wandstützen an zwei Fassaden . Diese massiven Betonwände ziehen sich von der Fundamentsohle bis zur Dachkante und nehmen sowohl horizontale als auch vertikale Lasten auf.
Darauf spannt sich ein dynamisch geneigtes Dach, das wie ein sanfter Bogen wirkt.
Das Dach steht hier als Sinnbild für Bewegung, Energie, Dynamik – und damit für die Funktionen, die das Haus beherbergt.


