Am 30. August 2025 lud die Architektenkammergruppe Chemnitz unter Leitung der Landschaftsarchitektinnen Andrea Alter und Hedda Schork im Rahmen des Projekts „Platzvisionen-Platzgeschichten-Platzgestaltung“ zu spontanen Gesprächen vor das Museum Gunzenhauser ein. Chemnitzer:innen aller Generationen sowie Gäste des Museums beteiligten sich mit ihren Ideen an der Frage, wie der Vorplatz künftig gestaltet und genutzt werden könnte.
Die Teilnehmenden konnten ihre Vorstellungen direkt und kreativ visualisieren – sei es mit Kreide auf dem Vorplatz oder anhand vorbereiteter Skizzen. Parallel läuft bis zum 13. September eine Online-Umfrage über die Website des Vereins Baukultur für Chemnitz e.V., an der sich bis zu diesem Tag 63 Personen beteiligten und hoffentlich noch viele Interessierte ihre Meinungen eintragen.
Die Zwischenauswertung zeigt eine große Vielfalt an Nutzungsideen und eine deutliche Veränderungsbereitschaft:
- Über 80 % der Befragten besuchen den Platz mindestens einmal im Monat.
- Der Platz wird vor allem zur Überquerung genutzt, daneben für Cafébesuche, als Sehenswürdigkeit oder kurze Pausen.
- Nur gut 10 % gefällt der Platz in seiner aktuellen Gestaltung.
- Fast 80 % würden den Platz häufiger nutzen, wenn er umgestaltet wäre.
- Über 90 % wünschen sich mehr Begrünung.
- Mehr als ein Drittel möchte den Platz künftig zum Entspannen nutzen.
- Über 45 % halten den Platz für nicht barrierefrei.
- 60 % sehen den Platz als nicht geeignet für Familien mit Kindern.
Stimmen der Befragten
Ausgewählte Rückmeldungen verdeutlichen die Erwartungen der Bürger:innen:
- „Der Platz müsste repräsentativer gestaltet werden – als Entree zum Museum, mit Ausstellungsflächen, Café und Verkehrsberuhigung.“
- „Chemnitz braucht mehr Grünflächen und Bäume, auch vertikale Begrünung. Eine grüne Oase würde die Lebensqualität verbessern.“
- „Neben Beschattung durch Bäume sind Wasserspiele oder ein Bücherschrank denkbar.“
- „Ein Platz an Stelle der Rechtsabbiegespur würde die Kreuzung sicherer machen und den Stadtraum aufwerten.“
- „Eine kleine grüne Oase mit Sitzgelegenheiten oder Ladestationen für Handys wäre sinnvoll.“
- „Ein Treffpunkt für Begegnungen wäre schön.“
Zitat
„Wir erleben, dass die Menschen in Chemnitz sehr genau wissen, was ihnen im Stadtraum fehlt: Grün, Aufenthaltsqualität, Sicherheit und Raum für Begegnung. Der Platz vor dem Museum Gunzenhauser hat das Potenzial, zu einem lebendigen und identitätsstiftenden Ort mitten in der Stadt zu werden. Unser Ziel ist es, die Ideen der Bürgerinnen und Bürger aufzunehmen und gemeinsam mit der Stadtverwaltung neue Perspektiven für diesen Platz zu eröffnen“, sagt Landschaftsarchitektin Andrea Alter.
Projekt und Hintergrund
Die Veranstaltungsreihe „Platzvisionen-Platzgeschichten-Platzgestaltung“ entstand 2021 mit der Idee „Der Wanderplatz – Platzvisionen in Bewegung“. Andrea Alter und Hedda Schork entwickelten sie gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Kulturhauptstadt Chemnitz 2025“ der Architektenkammergruppe Chemnitz.
Das Projekt wurde 2022 im Rahmen der Ausschreibung „Nimm Platz!“ zur Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 gefördert und ist jetzt ein Kulturhauptstadtprojekt, dass im Rahmen des Open Calls „Generationen feiern“ den Zuschlag erhalten hat.
Ziel ist es, kreative Impulse für neue Lieblingsorte zu setzen, die Gemeinschaft fördern und urbane Freiräume neu nutzbar machen.
Bisherige Stationen:
- 2023: Bahnhofsvorplatz und Seeberplatz
- 2024: Stefan-Heym-Platz
- 2025: Platz vor dem Museum Gunzenhauser sowie im September der Stadtraum rund um das Karl-Marx-Monument im Rahmen des Lichterfestivals
Alle Ergebnisse werden gesammelt, aufbereitet und der Stadtverwaltung Chemnitz übergeben, um als Grundlage für zukünftige Planungen zu dienen.
Bedeutung von Plätzen für die Stadtgesellschaft
Öffentliche Räume sind mehr als nur Durchgangsorte. Sie sind Orte der Begegnung und Teilhabe, bieten Raum für Kinder, Bewegung, Ruhe und Kultur. Begrünte und lebendig gestaltete Plätze schaffen Aufenthaltsqualität, fördern den Dialog und stärken das soziale Miteinander.
Ein Platz, der durch Ideen der Bürger:innen geprägt wird, schafft Identifikation und vermittelt:
„Hier ist mein Zuhause – hier bleibe ich gerne.“
Ausblick
Die provisorische Gestaltung des Vorplatzes am Museum Gunzenhauser mit Grasteppich, Stühlen und Liegestühlen zum Verweilen bleibt noch bis zum 13. September 2025 bestehen. Im Anschluss wandert die Projekt-Stele weiter auf den Platz rund um das Karl-Marx-Monument und macht dort auf die nächste Gestaltungsaktion sowie eine neue Umfrage aufmerksam.
Hinweis:
Dieses Projekt wird im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025. mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes und durch Bundesmittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Pressekontakt:
Für Fragen steht Ihnen Andrea Alter unter 0176 56919340 oder per E-Mail andrea.alter@planala.de zur Verfügung.


